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Outdoor-Skiller: Outdoor-Refugium am Fr 18. Oktober und am So 17. November 2019

Was gehört alles in einen Wanderrucksack? Welche Orte eigenen sich zum Bau eines einfachen Nachtlagers für eine oder zwei Übernachtungen? Findet es heraus, indem ihr es einfach ausprobiert!

Worte finden, Sprachlosigkeit durchbrechen, Vertrauen aufbauen – Arbeiten im Kreis und mit Kreisen

Outdoor-Skiller

Outdoor-Skiller: Bogenschießen am So, 07. April 2019 und am Fr, 14. Juni 2019

Aktuelles zum Blog und zu unserer erlebnispädagogischen Arbeit

Die regelmäßigen Leser unseres Blogs werden festgestellt haben, dass inzwischen schon seit ziemlich langer Zeit kein neuer Eintrag mehr erfolgt ist. Dies liegt gewiss nicht daran, dass wir nichts mehr zu tun hätten und es daher nichts mehr zu berichten gäbe. Ganz im Gegenteil: Mittlerweile spüren wir ein deutlich zunehmendes Interesse an unserer Erlebnispädagogik. Die Zahl der Anfragen an uns steigt, unsere auf Eigeninitiative gestarteten Angebote haben erkennbar mehr Anmeldungen und die Gesamtzahl der von uns durchgeführten bzw. begleiteten Aktionen nimmt stetig zu.

All dies ist sehr erfreulich. So blicken wir in der Zeit seit Beginn der Sommerferien auf in diesem Jahr zwei Wochen Sommerwaldlager, zwei Wochen Ganztagsferienbetreuung, mehrere gelungene Aktionen mit der Mainzer Ferienkarte, gut ankommende und angenommene Workshops, Teamtage mit Kindergarten-Teams und verschiedene Klassentrainings zurück. Ganz besonders freuen wir uns darüber an der berufsbildenden Elisabeth-von-Thüringen-Schule in allen drei in diesem Schuljahr neu startenden Erzieherklassen Council als Form der zwischenmenschlichen Begegnung vorstellen und einführen zu dürfen. All das macht uns sehr glücklich!

Allerdings führen diese Umstände dazu, dass ein paar scheinbar nicht ganz so dringende Dinge wie die Pflege unseres Blogs etwas darunter leiden. Denn unverändert gilt unser Angebot, dass wir für alle interessierten Menschen, Institutionen und Organisationen individuell passende Angebote formulieren. Dies wird auch so bleiben, da es zu unserem Selbstverständnis gehört. Durch die steigende Zahl an Anmeldungen sowie angefragten und gebuchten Aktionen entsteht auch eine Menge Verwaltungsarbeit. Hinzu kommt, dass wir weiterhin sehr kreativ bleiben, schon wieder einige neue Formate in Kopf und Herzen tragen, die irgendwann auch angeboten und umgesetzt sein wollen und wir „nebenbei“ auch noch eine Familie haben bzw. sind.

Deshalb haben wir uns entschlossen unseren Blog ein wenig umzugestalten. Bisher wurde diese Möglichkeit von uns vor allem dazu genutzt, um über Aktionen zu berichten. Dies werden wir in der gewohnten Ausführlichkeit nicht mehr schaffen. Daher werden wir ab sofort auch nicht mehr versuchen über möglichst jede Aktion einen Text zu verfassen. Eher soll der Blog nun dazu dienen, um über Themen, Ansichten oder Anliegen zu schreiben, die Insight Outside oder die Erlebnispädagogik allgemein betreffen. Dinge, die uns wichtig und erwähnenswert erscheinen. Hier und da bestimmt auch mal über eine Aktion von uns, über die wir einfach berichten müssen. Aber kein Abarbeiten einer Liste, die vermeintlich abgearbeitet werden muss. Lieber Inhalte zu Papier bzw. ins Internet bringen, die unsere eigene Begeisterung für Erlebnispädagogik vermitteln, Fragestellungen aufwerfen, Diskussionen anregen und der fachlichen Verbreitung der Erlebnispädagogik dienen.

Wir sind selbst sehr gespannt, wie sich unser Blog entwickelt. In jedem Fall hoffen wir, dass hier wieder öfter etwas erscheint. Wahrscheinlich wird es schon bald dann doch erstmal wieder mir einem Bericht über eine Aktion weitergehen, denn Ende September hatten wir eine Großgruppenaktion, die wir wirklich keinesfalls in unserem Blog unerwähnt lassen können…

Den Menschen und Dingen Raum geben…

„Bleibe nicht am Boden heften,

Frisch gewagt und frisch hinaus!

Kopf und Arm mit heitern Kräften,

Überall sind sie zu Haus;

 

Wo wir uns der Sonne freuen,

Sind wir jede Sorge los;

Dass wir uns in ihr zerstreuen,

Darum ist die Welt so groß.“

Johann Wolfgang von Goethe

 

Beim letzten Mal ging es in unserem Blog um das Phänomen der Zeit. Wir haben angeregt den Menschen und Dingen endlich wieder mit der gebotenen Ruhe, Langsamkeit und damit verbunden Wachheit und Aufmerksamkeit zu begegnen.

Heute soll es – sozusagen als Gegenstück – um die Bedeutung des Raumes gehen.

Den Menschen und Dingen Raum zu geben heißt in unserem Selbstverständnis…

…für und mit unseren Gruppen einen Ort zu gestalten, an dem eine Entwicklung innerhalb der individuellen Persönlichkeiten wie in der ganzen Gruppe möglich ist. Ein solcher Ort sollte aus unserer Sicht sowohl (heraus-)fordernde Elemente beinhalten wie auch allen ein möglichst heimeliges Gefühl vermitteln. An welchen Stellen Herausforderungen beginnen und was notwendig ist, damit sich die Menschen wohl fühlen können ist von Gruppe zu Gruppe, Auftrag zu Auftrag und Setting zu Setting unterschiedlich. Manch einer wird es als eine Herausforderung sehen einmal vom Internet abgeschnitten zu sein und einen Holzofen aus eigenem Antrieb zu betreiben, um es abends warm und gemütlich zu haben. Ein anderer wird die Herausforderung vielleicht darin sehen einmal eine oder mehrere Nächte allein im Wald zu verbringen. Für ihn (oder sie) wird sich dann ggf. ein heimeliges Gefühl einstellen, wenn er sich in seine aus primitiven Mitteln gefertigte Notunterkunft einkuscheln kann. Die unterschiedlichen Bedarfe sind so verschiedenen wie die Persönlichkeiten der Menschen.

…einen Lern- und Entwicklungsort außerhalb des bekannten Alltags der Menschen zu öffnen. Erlebnispädagogik ist bewusst keine Alltagsbegleitung. Der Raum, den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an erlebnispädagogischen Aktionen betreten befindet sich außerhalb der eigenen Gewohnheiten. Es ist ein Raum, der von bestimmten Ritualen (wie gemeinsamen Mahlzeiten) strukturiert wird. Eine Fahrt mit erlebnispädagogischem Charakter soll ein Raum für prägende Erlebnisse der Menschen miteinander sein. Der Raum soll verbinden und in Erinnerung bleiben. Dabei geht es nicht um Sensationen, von denen die Zeitungen berichten, sondern um (vermeintlich) kleine Dinge, die teils direkt bei der Begegnung oder auch erst später von den einzelnen Menschen als bedeutsam wahrgenommen werden. Der Raum des erlebnispädagogischen Settings kann helfen das alltägliche Leben positiv zu beeinflussen, während er selbst außerhalb bleibt.

…einen Platz auszuwählen, der den Menschen eine Begegnung mit Lebendigkeit ermöglicht. In der Lebendigkeit der Natur, des Waldes und der Wiesen kann der Mensch einen Blick in den Spiegel werfen und die eigene Lebendigkeit (wieder) entdecken. Auch hier muss wieder erwähnt werden, dass wir einen bewussten Kontrapunkt zur asphaltierten Betonumgebung vieler städtischer Bereiche setzen. Die Menschen sollen die Chance bekommen den echten, natürlichen Boden unter den Füßen zu spüren, das Wasser eines nahen Baches plätschern zu hören und – nach Lust und Laune – planschen zu gehen. Es geht um das Erlebnis rauschenden Windes in den Baumwipfeln und darum frische Luft zu atmen. Und am Abend wird einmal das elektrische Licht gegen die wärmenden Flammen eines von der Gruppe selbst entzündeten Lagerfeuers eingetauscht. In einer solchen Umgebung ist es möglich eine Verbindung zu unserer Mitwelt herzustellen und Lebendigkeit zu erleben.

 

Wir sind überzeugt, dass Menschen, denen auf diese Weise ein Raum gegeben wird sehr gute Möglichkeiten vorfinden, um an Themen des Miteinanders und der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten.

Für alle, die zwischen 7 und 13 Jahre alt sind gibt es aktuell zwei gute Gelegenheiten, um mit uns die Vielfalt erlebnispädagogischer, naturnaher Räume zu erkunden. Probiert es doch einfach aus und nehmt teil an unserem „Schnupperzeltlager“ 24 Hours Outside in Wiesbaden. Oder seid an einem der Termine unseres diesjährigen Sommerwaldlagers im Hunsrück dabei!

Zeit ist Leben

In letzter Zeit sind nur relativ wenige Einträge in unserem Blog erschienen. Dies bedeutet nicht, dass bei uns nichts los wäre. Nur glauben wir nicht, dass unsere Leser gerne über Dinge wie die Gestaltung von Info-Flyern o. ä. lesen wollen. Man möge sich die Flyer dann lieber selbst ansehen.

Daher soll es heute einmal nicht um aktuelle Infos zu unseren Tätigkeiten gehen, sondern um ein Thema, das eine unmittelbare Begründung für unsere Erlebnispädagogik liefert. Es handelt sich hierbei nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung. Es geht um den Ausdruck einer höchst subjektiven Wahrnehmung, die an einem sonnigen Wintermorgen in aller Ruhe bei einer Tasse Tee formuliert wurde. Vielleicht gibt es aber doch Leserinnen oder Leser, die ähnliche Erfahrungen machen…

„Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.“ So heißt es in Michaels Endes Bestseller Momo aus dem Jahr 1973. In dem Buch wird sehr anschaulich ein kollektiver Irrtum – oder besser: ein kollektiver Wahn – dargelegt. Hauptbestandteil dieses Wahns ist ein krankhaftes Streben nach Selbstoptimierung und einem über allem stehenden Individualismus. Um diese Ziele (vermeintlich) erreichen zu können, versuchen die Menschen im Roman v. a. eines: Zeit zu sparen. Dabei kommen sie nie ans Ziel, sondern erschaffen – im Gegenteil – eine Gesellschaft des Missmutes und -trauens. Eine Welt, in der jeder nur noch an sich denkt, für nichts mehr Zeit hat, keine Sinnhaftigkeit mehr erkennt und darüber krank wird.

Wenn ich einen Blick darauf werfe, was in unserer Welt alles passiert und vor sich geht, so stelle ich mit einigem Erschrecken fest, dass die in Michael Endes Buch aufgezeigte gesellschaftliche Lage durchaus mit der unseren vergleichbar zu sein scheint. Hierbei genügt ein Blick auf meine unmittelbare Umgebung. Da fallen mir Kinder und Jugendliche auf, die dermaßen verplante Terminkalender haben, dass für einfaches Spiel, das aus sich selbst heraus und ohne Planung entsteht, kaum noch Zeit bleibt. Für Jugendliche gilt selbiges in Bezug auf spontane Verabredungen, um schlicht ein paar schöne, entspannte Stunden miteinander zu verbringen. Von Erwachsenen war hier nun noch gar nicht die Rede. Jedoch gilt für diese das Gleiche, allerdings in oftmals noch erheblich schlimmerem Maße. Die heutige Möglichkeit ständig erreichbar zu sein bzw. andere ständig erreichen zu können macht die Gesamtsituation noch dramatischer. Teilweise beobachte ich Jugendliche, die über einen ganzen Abend nur auf ihr Display schauen, um sich dort sekündlich neu gepostete Bilder anzuschauen. Diese Bilder erhalten maximal ein paar Sekunden Aufmerksamkeit bis man sich wieder mit neuem visuellem Material beschäftigen muss. Wenn das Smartphone dann nach langer Zeit einmal beiseite gelegt wird, bleibt nichts als (Inhalts-)Leere. Denn die Zeit sich mit einem der zahllosen Inhalte näher zu befassen hat sich der Jugendliche nicht genommen. Das menschliche Leben hat in unserer westlichen Gesellschaft eine Geschwindigkeit angenommen, bei der ein Mensch unter Beibehaltung seiner Gesundheit kaum noch Schritt halten kann.

Hier kommt unser natur- und erlebnispädagogisches Angebot ins Spiel. In unserer Arbeit bieten wir bewusst Offline-Settings an. Wir begeben uns aus der Hektik der Stadt in ländliches Gebiet. Es ist die Zeit gekommen, in der alle Beteiligten endlich einmal ihre elektronischen Geräte am besten zu Hause lassen, oder zumindest abschalten. Erlebnispädagogik ist bewusst eher langsam. Eines der wichtigsten Geschenke, die wir unseren Gruppen machen können ist das Geschenk der Zeit. In Bezug zum einleitenden Zitat dieses Textes ist es ein Geschenk des Lebens. Dementsprechend gehen wir an Orte in der belebten Natur. Alle haben genug Zeit, um die Lebendigkeit um sich herum zu atmen, zu spüren und zu merken, dass sie selbst ein Teil davon sind. Dieser Umstand, d. h. die Möglichkeit dieser Erfahrung ist übrigens auch unser wichtigster Beitrag zu einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung. In einer solchen Atmosphäre, in der noch aktiv selbst angepackt wird, um beispielsweise für eine abendliche Licht- und Wärmequelle in Form eines Lagerfeuers zu sorgen, in der würzige Waldluft geatmet wird und in der man´sich selbst und die Anderen als Menschen entdeckt, die selbst voller Leben stecken, kann effektiv und in Ruhe an den Themen der Gruppe und/ oder des Einzelnen gearbeitet werden. Die genauen thematischen Inhalte geben dabei die Menschen vor.

Die reale Welt ist zum Glück nicht exakt so ist, wie in Momo beschrieben, sondern wesentlich vielschichtiger, abwechslungsreicher und komplexer. Es gibt neben den bereits beschriebenen – und wie ich finde – besorgniserregenden Umständen auch eine Menge guter Ideen, Potentiale und die Welt im Positiven verändernde Dinge. (Das Internet ist hierbei sehr oft ein nützliches Werkzeug). Die Gesellschaft ist insgesamt viel toleranter und allgemein offener geworden. Es gibt reichlich Platz für neue Dinge und innovative Lösungen. Vielleicht wollen Sie bzw. Ihre Gruppe ja einmal Ihr Potential im Rahmen eines von uns gestalteten Settings entfalten?

Zum Schluss sei hier noch auf drei aktuelle Angebote zur individuellen Anmeldung hingewiesen, bei denen wir uns schon aufgrund der thematischen Inhalte sehr viel Zeit nehmen werden:

Macht mit bei unserem Firestarter-Workshop, lebt eure poetische Ader in der Natur aus oder begebt euch mit uns im Sommer auf die Initiatorische Jugendwanderung in der Eifel!

 

Neue Workshops im Frühjahr 2018

Uiuiuiuiui, viel ist passiert im letzten Herbst bei Insight Outside. Viele Messerführerscheine wurden ausgestellt und an die stolzen Besitzer überreicht, wir haben viel über Feuer gelernt und hatten viel Spaß bei unserem Firestarter-Angebot. Es wurde fleißig gekocht und die Natur beschenkte uns mit all ihrer Schönheit und Poesie.

Neben Klassentrainings und auch noch einer ganzen Woche Fachtagung in Sachsen (dazu folgt noch ein eigener Eintrag!) haben wir nun über die Weihnachtsferien an unseren auf Eigeninitiative gestalteten Mitmachangeboten und Workshops für den kommenden Frühling 2018 gebastelt. Im Sommer gibt es dann in diesem Jahr zweimal die Möglichkeit mit uns ins Sommerwaldlager zu fahren und Jugendliche können mit uns eine Initiatorische Jugendwanderung machen.

Hier geht es zu unseren aktuellen Angeboten!

Firestarter am 27. April 2018