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Poesie (in) der Natur am Sa, 26. Oktober 2019

Wintersemesterbeginn mit der Fachschaft Erziehungswissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Wie schon zu Beginn des diesjährigen Sommersemesters waren wir im Oktober wieder in eine Erstie-Aktion der Fachschaft Erziehungswissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität involviert. Dieses Mal durften wir eine Insight Outside-Station im Rahmen der Campusrallye für die neuen Pädagogik-Studenten am Mittwoch, den 19. Oktober gestalten. Unter freiem Himmel hatten die zu uns kommenden Gruppen die Aufgabe aus maximal 200 Teelichtern ein Wort bzw. wahlweise auch mehrere Worte zu schreiben und alle verwendeten Teelichter zu entzünden. Für alles hatten wir ein Zeitlimit von zehn Minuten gesetzt.

Mit der Witterung hatten wir an diesem Tag großes Glück, gab es doch immer wieder kräftige, herbstliche Windböen, die die Aufgabe durchaus ein gutes Stück schwieriger werden ließen. Diese Situation erforderte von den Gruppen eine Menge Teamwork, mussten sie sich doch gut absprechen in welcher Reihenfolge die Kerzen angezündet wurden. Außerdem mussten alle eng zusammen rücken, um die Lichter möglichst gut gegen den aufkommenden Wind abzuschirmen. Letztlich schaffte es aber doch jede Gruppe innerhalb der vorgegebenen Zeit die Aufgabe zu lösen. Ein schönes, gemeinschaftliches Erfolgserlebnis zum Studienbeginn und eine tolle Aktion für uns!

Jahreskreisfest im Odenwald

Am 05. November war es mal wieder soweit. Wir begingen gemeinsam mit ein paar anderen Menschen das nächste Fest im Jahreskreis. Das keltische Fest „Samhain“, das seine christliche Entsprechung in Allerheiligen bzw. Allerseelen findet, ist das Ahnenfest. Zu dieser Jahreszeit zieht sich das Licht fast vollständig in die Erde zurück. Es ist die Zeit, in der auch die Menschen nach innen gehen, um ihrer Verstorbenen und Ahnen zu gedenken. Gleichzeitig ist es aber auch die Zeit, in der die Samen für die blühenden Haine des kommenden Jahres in die Erde gelegt werden.

Unsere Begehung des Festes sah so aus, dass zum einen die Geborgenheit im Vordergrund stehen sollte. Zum anderen wollten wir uns aber auch sehr bewusst mit den Gegebenheiten von Tod und Verfall konfrontieren. So kam es, dass wir uns nach einem gemütlichen Nachmittagstee hinaus in den Wald zu einem Dämmerungsspaziergang begaben. Als Gruppe wollten wir an diesem nasskalten und nebelverhangenen Tag unterwegs sein, um dem scheinbaren Tod der natürlichen Umgebung im Herbstwald nahe zu sein. Das gefallene Laub, die Kälte und Nässe sowie die in die Nacht mündende Abenddämmerung standen symbolhaft für die bestimmenden Themen des aktuellen Jahreskreisfestes. Hier waren der richtige Raum und die passende Zeit für Gedanken und Gespräche über Vergangenes, die eigene Familie und ihre Vorfahren.

Besonders beindruckt waren wir von zwei Begegnungen mit der Tierwelt. Zunächst folgte unserer Gruppe für einige Zeit ein Reh durch die Dunkelheit. Dies ist sicherlich ziemlich ungewöhnlich. Gegen Ende unserer Wanderung sahen wir plötzlich mehrere kleine Lichter am Waldboden. Diese entpuppten sich als Glühwürmchen, denen man im November normalerweise nicht mehr begegnet. Vielleicht ein Zeichen, dass das Licht eben doch nie so ganz verschwindet, sondern sich auch zu Samhain eben nur zurückzieht?

Nach diesem Spaziergang kehrten wir zurück in unsere Hütte, genossen die Wärme des Feuers in unserem Ofen und ließen den Tag, der längst zur Nacht geworden war, bei einem geselligen Feiertagsabendessen ausklingen.