Ein Kennenlernwochenende mit Insight Outside im April 2015

Bei den Überlegungen, wie wir uns am besten auf unsere Selbstständigkeit als erlebnispädagogisches Unternehmen vorbereiten, sind wir schon relativ frühzeitig auf den Gedanken gekommen, einfach mal eine erlebnispädagogische Aktion für interessierte Menschen zum Selbstkostenpreis anzubieten. Denn so gerne wir uns auch in Fachliteratur vertiefen, so geht doch letztlich nichts über „Learning by Doing“. Und für Menschen, die in einem grundsätzlich handlungsorientierten Bereich wie der Erlebnispädagogik arbeiten, gilt dies um so mehr.

Also wurde schon bald der Entschluss gefasst mit einer Gruppe, die sich für dieses Experiment zusammengefunden hatte, ein ganzes Wochenende im Taunus und dort wiederum im Wald in einem schönen, urigen Selbstversorgerhaus zu verbringen. Das Wochenende stand unter dem Motto des Kennenlernens. Dies gelang durch diverse erlebnispädagogische Spiele und Methoden für die ganze Gruppe und für die einzelnen Menschen auf gleiche Art, wie durch die atmosphärische Gestaltung des gesamten Settings. Holz sammeln und hacken für unsere Lagerfeuer gehörten ebenso zum angestrebten „Nichtalltag“, wie leckere Abendessen bei Kerzenschein in einer gemütlichen Stube.

Für uns selbst war das Wochenende eine sehr intensive und auch aufregende Zeit. Das erste Mal als Leitung einer größer angelegten erlebnispädagogischen Aktion. Als dann aber alle Teilnehmer gesund, munter und tatenfreudig im Setting angekommen waren, kamen wir auch in eine Art „Leitungsflow“. Und auch wenn bestimmt nicht alles perfekt war (absolute Perfektion haben wir ohnehin nicht auf der Agenda), bestärken uns die positiven Rückmeldungen unserer Teilnehmer ein gelungenes und erfolgreiches Wochenende angeboten zu haben. Diese Aktion hat in jedem von uns Mut und Lust auf noch viel mehr Erlebnispädagogik gemacht!

10. Internationaler Kongress „Erleben und Lernen“ in Augsburg 2014

Nur ein paar Wochen nach Beendigung unserer Ausbildung zu Systemischen Erlebnispädagogen, und somit noch vor der Entscheidung uns in diesem Bereich selbstständig zu machen, war für uns das Thema so groß und wichtig geworden, dass wir am 10. Internationalen Kongress „Erleben und Lernen“ in Augsburg teilnahmen. Dieser Kongress fand unter dem Motto „Erlebnispädagogik quo vadis? – Zwischen Anpassung und Abenteuer“ statt. Das Thema bot uns die Gelegenheit, im direkten Kontakt mit anderen Erlebnispädagogen, einen tiefen Einblick in die Geschichte und Entwicklung der Erlebnispädagogik zu bekommen. In Diskussionsforen und Workshops wurde auch viel über den Ist-Zustand der Erlebnispädagogik und ihre Ansätze gesprochen, während es in einem großen „World Café“ um die Zukunftsperspektiven unserer Fachrichtung ging.

Fernab von der inhaltlichen Seite der Veranstaltung war es für uns sehr interessant, die Erlebnispädagogik bzw. den Umgang mit ihr einmal in einem ganz anderen Rahmen zu erleben. In unserer erlebnispädagogischen Ausbildung war es üblich, dass alle Einheiten grundsätzlich in einem sehr praktischen – eben erlebnispädagogischen – Setting stattfanden. Das heißt, es ging immer raus in die Natur bzw. im Rahmen unseres „City Bound“-Ausbildungsblocks mitten in die Stadt unter die Menschen. In Augsburg war tatsächlich vom Umfeld her eine Menge „Metaebene“ angesagt, da sich die einzelnen Veranstaltungen in erster Linie in Hörsälen und Seminarräumen abspielten. Auch wenn wir ein originär erlebnispädagogisches Setting sicherlich vorziehen, war es doch schön zu sehen, dass Erlebnispädagogik auch ein Thema in einem universitären Umfeld ist.

Nach zwei Tagen voller neuer Eindrücke war der Kongress beendet und wir zurück auf dem Weg nach Mainz.