Ein interaktives Seminar mit Master-Studierenden der Philipps-Universität Marburg
Wie inklusiv ist eigentlich eine erlebnispädagogische Aufgabe? Wer kann selbstverständlich mitmachen – und welche Voraussetzungen setzen wir dabei vielleicht unbewusst voraus?
Mit diesen Fragen haben wir uns am 29. Oktober 2026 in einem 90-minütigen Seminar mit 24 Master-Studierenden des Instituts für Sportwissenschaft und Motologie der Philipps-Universität Marburg beschäftigt.
Ausgehend von unserer langjährigen erlebnis- und sozialpädagogischen Praxis haben wir unser Verständnis von Inklusion vorgestellt: Im Mittelpunkt steht für uns die Teilhabe aller Menschen – unabhängig davon, ob Beeinträchtigungen sichtbar sind oder nicht. Dabei geht es auch darum, Barrieren zu erkennen, die durch unsere eigenen Vorstellungen, Erwartungen und Rahmenbedingungen entstehen.
Anhand einer klassischen erlebnispädagogischen Aufgabe, dem sogenannten Säureteich, untersuchten die Studierenden zunächst, welche Voraussetzungen scheinbar einfache Gruppenaufgaben mit sich bringen. In einer anschließenden Gestaltungswerkstatt entwickelten sie in vier Kleingruppen Ideen für unterschiedliche Praxissituationen: von der Outdoor-Küche über ein Waldritual und eine City-Bound-Aufgabe bis zur Team Task „Spinnennetz“. Die zentrale Frage lautete dabei: Wie lassen sich Barrieren abbauen, ohne den erlebnispädagogischen Charakter einer Erfahrung zu verlieren?
Die Auseinandersetzung mit Sicherheit und Inklusion ist auch ein fester Bestandteil unserer geplanten erlebnispädagogischen Ausbildung, die 2028 starten soll. Ein eigenes Modul wird sich ausdrücklich dem Thema „Sicherheit und Inklusion in der Erlebnispädagogik“ widmen.
Besonders gefreut haben uns die hohe Motivation, die Offenheit und der ausgesprochen lebendige Austausch. Die Diskussionen waren intensiv, vielfältig und geprägt von einer großen Bereitschaft, eigene Perspektiven zu hinterfragen und neue Gestaltungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Zum Abschluss gaben wir den Studierenden noch einen Gedanken mit auf den Weg: Bei allem anspruchsvollen Streben nach Inklusion sollten wir uns auch entspannen. Wir alle machen Fehler – das ist in Ordnung. Wenn wir beispielsweise erst in der Nachbereitung einer Aktion erkennen, dass Teilhabe an einer Stelle nicht ausreichend ermöglicht wurde, zeigt bereits diese kritische Reflexion eine inklusive Haltung. Denn: Der Weg zur Inklusion ist das Ziel.
Wir bedanken uns bei den Studierenden für die anregenden Diskussionen und bei Sven Ismer vom Institut für Sportwissenschaft und Motologie der Philipps-Universität Marburg für die Möglichkeit, unsere Perspektive und Erfahrungen einzubringen.





